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23.07.2012 - MOZ Bernau Übersicht | Drucken

Um 17 Uhr passiert am meisten

Die Zahl der Einsätze der Feuerwehren am Tage haben in der Vergangenheit zugenommen.


MOZ Bernau - Die Zahl der technischen Hilfeleistungen bei Unfällen erhöhte sich deutlich. Die Feuerwehren müssen ihre Einsatzbereitschaft am Tag absichern und haben sich darauf eingestellt.

 

Ob Bernau, Panketal oder Biesenthal - die meisten Einsätze finden in allen drei Kommunen in der Zeit zwischen dem frühen Morgen und dem späten Abend statt. In der Nacht, wenn alles schläft, kommt es nur noch selten vor, das die Feuerwehr alarmiert werden muss.

"Das liegt daran, dass sich die Art der Einsätze geändert hat", sagt Bernaus Stadtwehrführer Jörg Erdmann. Die Zahl der Brände hat abgenommen. Technische Hilfeleistungen, also vor allem Einsätze bei Verkehrsunfällen, bilden dagegen einen klaren Schwerpunkt. Und es komme eher zu Unfällen, wenn viele Menschen unterwegs sind.

Während sich in Bernau die Hilfeleistungen über den Tag relativ gleichmäßig verteilen, gibt es in Panketal gegen 17 Uhr Häufungen. 31-mal musste die Panketaler Wehr im vergangenen Jahr um diese Zeit ausrücken. Sonst lag die Einsatzzahl deutlich darunter. Beispielsweise wurden in Zepernick gegen 13 Uhr lediglich fünf Einsätze gezählt.

Es gibt weitere Unterschiede zwischen Bernau und Panketal. Während in der Hussitenstadt an Freitagen und Sonnabenden nur ein leichter Anstieg der Einsatzzahlen zu verzeichnen ist, ist in Panketal an Sonnabenden besonders viel zu tun. So wurden im vergangenen Jahr 33 Einsätze an einem Samstag gefahren. An den übrigen Wochentagen war die Feuerwehr nur halb so oft gefragt.

Panketals Gemeindebrandmeister Thomas Bielicke führt dies auf das Freizeitverhalten vieler Menschen zurück. Am Sonnabend zieht es viele Anwohner in den Garten oder in die Natur. Die grüne Panketaler Siedlungsstruktur mit vielen Einzelgrundstücken bestärkt diesen Trend. Ein Feuer im Garten, ein Grillfest oder eine weggeworfene Kippe können schnell zu Bränden führen. "Manche unterschätzen zum Beispiel die Gefahr, wie schnell eine Thuja-Hecke komplett in Flammen stehen kann", warnt Bielicke. Aufgrund der ätherischen Öle, die das Gehölz enthält, ist es leicht entzündlich. Ursache für die Zunahme von Einsätzen am Wochenende sind aber auch Motorradausflüge und in Abhängigkeit von der Witterung Feld- und Waldbrände.

Auch wenn die diesjährigen vielen Unwettereinsätze noch nicht in einer Jahresstatistik auftauchen, so sind in Panketal schon in den Vorjahren im Juli die meisten Einsätze zu verzeichnen gewesen. 38 waren es im vergangenen Jahr. Auf die übrigen Monate entfallen zwischen drei und fünfzehn Einsätze. Eine allgemeine Zunahme wetterbedingter Einsätze registriert Bielicke vor allem im zeitigen Frühjahr bei Tauwetter und in den Sommermonaten.

In Biesenthal fällt bei den Einsatzzahlen dieses Jahres auf. dass 19 auf das Wochenende entfielen und 27 auf alle anderen Tage. Von den 27 ereignete sich ein großer Teil, nämlich 16 in der Zeit von 7 bis 18 Uhr. Das aber ist die Zeit, in der Feuerwehrleute entweder noch arbeiten oder auf dem Arbeitsweg sind. Nicht viel anders war die Situation im Vorjahr. Insgesamt gab es 82 Einsätze, wovon 57 auf Wochentage und davon 35 auf die Zeit zwischen sieben und 18 Uhr fielen.

Angesichts der Einsatz-Zeiten muss insbesondere die Tagesbereitschaft der Feuerwehren abgesichert werden. In den vergangenen Jahren sei dies schon schwierig gewesen, sagt Thomas Bielicke. Vom Arbeitsplatz zum Einsatzort sei es für viele sehr weit. Deshalb wurde die Einsatzstrategie der Schwanebecker und Zepernicker Wehr geändert. "Inzwischen werden beide Wehren alarmiert. Das hat sich bewährt", sagt der Gemeindebrandmeister.

Zum anderen erhielten die Feuerwehren inzwischen durch drei Mitarbeiter der Gemeindeverwaltung Unterstützung bei Einsätzen. Auch dies habe sich bewährt. Und schließlich werde die Gemeinde im kommenden Jahr einen hauptberuflichen Gerätewart einstellen. Für die Feuerwehren eine gute Nachricht, gerade angesichts der Einsatzentwicklung. Denn die eingesetzte Technik muss in Ordnung gehalten und gewartet werden. "Bislang erledigten die Kameraden ja auch das in ihrer Freizeit", so Thomas Bielicke. Dass sich die Beschäftigung hauptamtlicher Gerätewarte lohnt, zeigt auch Bernau. Hier sind es bereits drei.

Auch in Biesenthal ist die Tagesbereitschaft ein Dauerproblem, gibt Ortswehrführer Rainer Strempel zu verstehen. Viele würden außerhalb arbeiten und manche Arbeitgeber nicht bereit sein, Feuerwehrleute gehen zu lassen. Daher werden solche Veranstaltungen wie der "Tag des Helfers" auch als Möglichkeit gesehen, neue Feuerwehrmitglieder zu gewinnen, die am Tage zu Hause sind, etwa im Schichtdienst arbeiten. "Schön wäre auch, wenn Mitarbeiter der Amtsverwaltung in Biesenthal Feuerwehrmitglied werden könnten", so Strempel. Die Öffentlichkeitsarbeit zeige aber auch schon Erfolge. Bei dem schweren Verkehrsunfall vom Donnerstagvormittag zum Beispiel konnten genügend Helfer ausrücken.

Quell: MOZ Bernau

Michael Krüger, 10.09.2012, 19:44 Uhr
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