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20.03.2014, 19:17 Uhr | Übersicht | Drucken
Erste Feuerwehren Funken Digital

Frankfurt (Oder) (MOZ) Nachdem die Umstellung auf Digitalfunk bei der Polizei abgeschlossen ist und die Geräte schon eingesetzt werden, läuft der Netzaufbau bei den Feuerwehren. 4000 Fahrzeuge sollen bis Ende 2014 mit der Technik ausgestattet werden, hinzu kommen rund 20000 Handgeräte.

Die Sprachfetzen osteuropäischer Sender, die früher auf den Funkgeräten der Feuerwehren im grenznahen Raum empfangen wurden, gehören bald der Vergangenheit an. Ebenso können Amateurfunker die Einsatzbefehle nicht mehr von zu Hause aus belauschen. "Wir stellen dieses Jahr komplett auf Digitaltechnik um", sagt Landesbranddirektor Norbert Zoschke. "Für uns ist das ein Qualitätssprung." Nach einer Testphase wird im März 2015 der Schalter umgelegt.

In den vergangenen Jahren hatten die Rettungskräfte immer Empfangsprobleme im Analogfunk beklagt. Teilweise mussten die Feuerwehrleute ihre Mobiltelefone nutzen, um miteinander zu kommunizieren. "Im digitalen Netz wird es kaum noch Funklöcher geben", prophezeit Zoschke. Zudem werde die Sprachqualität deutlich verbessert. Hinzu kommt die Möglichkeit, Daten über die Luft zu übertragen - etwa wichtige Einsatzkarten.

500 von 4000 Fahrzeugen wurden nach Angaben von Zoschke mit den bis zu 1500 Euro teuren Funkgeräten ausgestattet. Die Landkreise Elbe-Elster und Dahme-Spreewald haben schon nahezu komplett umgestellt, parallel läuft der Aufbau in Brandenburg/Havel und Oberspreewald-Lausitz. Die vom Land mit dem Einbau beauftragte Firma sei mit zehn Teams im Einsatz, so der Landesbranddirektor, der für 45000 Feuerwehrleute in Brandenburg zuständig ist.

Schulungen für die neue Technik werden bereits in der Landesschule für Brand- und Katastrophenschutz veranstaltet. Darüber hinaus wurde ein Online-Lernprogramm freigeschaltet. "Der Digitalfunk ist am Anfang etwas gewöhnungsbedürftig, aber absolut beherrschbar", sagt Zoschke.

Von Problemen in ersten Testläufen hat der Präsident des Landesfeuerwehrverbandes, Werner-Siegwart Schippel, nichts gehört. Der SPD-Landtagsabgeordnete verweist darauf, dass auch die Polizei bislang keine Mängel festgestellt hat. Dort wurde die flächendeckende Einführung des Digitalfunks im vergangenen Jahr abgeschlossen - nachdem die Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BOS) im Bund schon 2006 auf die neue Technik umsteigen sollten. "Nach dieser langen Anlaufphase sind wir froh, dass die Technik endlich angekommen ist", so Schippel.

Nach Angaben des Innenministeriums wurden 140 Funkstandorte errichtet. Die Kosten für Aufbau, Betrieb und den Kauf der Endgeräte beziffert die Behörde bis zum Jahr 2021 auf etwa 120 Millionen Euro. Hinzukommen die Kosten in den Kommunen: Sie müssen die Funkgeräte selbst erwerben, nehmen aber an der zentralen Ausschreibung der Polizei teil. Demnach sind feste Preise gesichert: So sollen auch Handfunkgeräte pro Stück nicht mehr als 900 Euro kosten. "Die Kommunen sollten mit der Finanzierung keine Probleme haben. Davon wussten sie schon seit Jahren", so Schippel.

Quelle: MOZ





aktualisiert von Michael Krüger, 20.03.2014, 19:17 Uhr

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